Wie man Fehler beim Abfüllen von Zell- und Gentherapien vermeidet – damit kein Menschenleben aufs Spiel gesetzt wird!

Fehler beim Abfüllen von Zelltherapien verhindern

Autologe – also vom vom Patienten abgeleitete – Therapien weisen einige Besonderheiten in ihrer Verarbeitung auf. Schon allein der Umfang dieser personalisierten Therapien unterscheidet sich wesentlich von dem, was wir in der Biopharma-Praxis kennen und erfordert ein spezielles Handling. Um ein vielfaches kleinere Mengen müssen hoch steril und sicher transportiert werden.

Die Logistik und die erforderliche Compliance bei der Herstellung solcher Therapien bieten zur Zeit noch einige Problemstellungen, die es zu lösen gilt. Ein Aspekt dieses Prozesses, bei dem herkömmliche Methoden nicht ausreichend sind, ist das Abfüllen der Therapien.

Bioprocessonline.com hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, der sich genau mit dieser Problematik befasst: Die Autoren halten fest, dass das Abfüllen von autologen Therapien den Logistikprozess vor eine Vielzahl von Herausforderungen stellt.

Der Prozess, bei dem ein Batch für einen Patienten verwendet wird, definiert das Verständnis der Branche für “small-batch filling” ganz neu. Auf dieser Ebene ist die Abfüllung eher mit der klinischen Phase-1-Studie oder sogar mit präklinischen Anwendungen vergleichbar.

Etablierte Verfahren können aber dennoch genutzt werden, um einige dieser Herausforderungen zu meistern.

Da patientenbezogene Therapien immer mehr vom Klinischen zum Kommerziellen übergehen, muss die Branche in diesem Bereich erst neue Best Practices entwickeln. Bis dahin ist es ratsam vorhandene Methoden und Technologien aus allen Bereichen der Forschung und Entwicklung zu kombinieren.

 

Das Abfüllen autologer Therapien mit Single Use Technologie

Grundsätzlich ist es ist üblich für das Abfüllen von autologen Therapien entweder Single Use Bags oder Vials zu verwenden. Da die Therapien normalerweise infundiert werden, sind Single Use Bags, die direkt an ein Infusionsset angeschlossen werden können, eine gute Option für patientenbezogene Therapien.

Für das Befüllen der Bags empfehlen die Autoren ein geschlossenes System, das von einer Pumpe angetrieben wird und die gefüllten Bags auf ihr Gewicht überprüft.

Single Use Support hat dafür ein vollautomatisches Befüll- und Entleerungssystem für Single Use Bags aller etablierten Hersteller mit unterschiedlichen Volumen entwickelt – der Skalierbarkeit sind aber keine Grenzen gesetzt. Das System misst das Gewicht mit einer Genauigkeit von +/- 10 ml auf 10 l.

 

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Die Beutel werden dann normalerweise in Kassetten geladen, um eine gleichmäßige Dicke für das Einfrieren zu gewährleisten und den Beutel vor mechanischer Beschädigung zu schützen.

 

Als Beispiel zeigen die Autoren die RoSS_KSET von Single Use Support:

RoSS.KSET ist eine 100% sichere Schale für CAR-T Single Use Bags

RoSS_KSET ist eine zu 100% stabile Hülle speziell für CAR-T Single Use Bags mit einem Volumen von 50ml bis zu 0,5l. Der 3D Schaumstoff im Inneren sorgt für ein optimale Dämpfung bei möglicher Erschütterung. Den Rahmen bildet tieftemperaturbeständiger Spezial-Kunststoff.

Zusätzlich hat RoSS_KSET ein innovatives und intuitives Verschlusssystem, um den Bag ideal zu schützen, was vor allem bei autologen Therapien wie der CAR-T Zelltherapie enorm wichtig ist. Denn kommt die Therapie nicht voll funktionsfähig beim Patienten an, bleibt diesem die lebensnotwendige Therapie verwehrt.

 

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Als weitere Methode für das Handling von patientenbezogenen Therapien nennen Herman F. Bozenhardt und Erich H. Bozenhardt das Abfüllen in Fläschchen. In der Branche gebe es bereits bewährte Lösungen für die Befüllung von Fläschchen im kleinen Maßstab, wobei personalisierte Therapien den kleinen Maßstab neu definieren. Klinische Mengen für traditionelle Therapien liegen im Bereich von wenigen Hundert Fläschchen, für autologes Abfüllen kann die Menge jedoch nur eine Handvoll Fläschchen sein.

Bei einer Menge von beispielsweise fünf Fläschchen scheint der typische Ansatz, Pipetten in einem Biosicherheitsschrank zu befüllen, sinnvoll. Die Herausforderung besteht aber darin, dass der offene, manuelle Prozess ein ernstes Risiko für Sterilität und Einheitlichkeit darstellt. Geschlossene Vials ermöglichen die Flexibilität der Handabfüllung und machen den Vorgang steriler.