Zwei Tiroler schaffen neuen Durchbruch in der Biopharma

Zwei Tiroler schaffen neuen Durchbruch in der Biopharma

Ein Kufsteiner Startup darf seine Technologien im Biopharma-Bereich auf der Interphex-Messe für Innovation in New York präsentieren. In den letzten Jahren hat das Unternehmen „Single Use Support“ einen kompletten Logistikprozess für die Lieferung von Flüssigkeiten in der Biopharma entwickelt.

Vom 2. bis zum 4. April spricht Gründer Johannes Kirchmair auf der Interphex über die neuen Innovationen. Ziel ist es damit nicht nur die Patientensicherheit zu verbessern, sondern auch die Effektivität in der Biopharma-Industrie zu optimieren.

Mit ihrem Unternehmen haben sich Johannes Kirchmair und Thomas Wurm ganz auf die Optimierung von Einwegbehältnissen für die Aufbewahrung und den Transport biopharmazeutischer Stoffe spezialisiert.

Im Gegensatz zur Pharmaindustrie werden in der Biopharma lebendige Stoffe verwendet, um neue Medikamente beispielsweise für die Krebsbekämpfung zu entwickeln. Deren Handhabung gestaltet sich aber als wesentlich teurer und heikler. Deshalb haben sich dafür in den letzten Jahren Einwegsysteme, sogenannte “Single Use Systeme” durchgesetzt.

Diese machen es im Vergleich zu mehrfach verwendbaren Behältnissen einfacher, die Stoffe steril zu halten. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass solche Einwegsysteme beschädigt werden. Die Folge: Die wertvollen Flüssigkeiten werden verunreinigt und der Inhalt muss vernichtet werden. “Das bedeutet nicht nur eine Gefährdung von Patienten. Jährlich entstehen dadurch auch wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe. Dem möchten wir mit unseren Erfindungen entgegenwirken”, erklärt Kirchmair. So ist auch der Name “Single Use Support” entstanden.

 

Erfolg auf globaler Ebene

Seit mehr als drei Jahren arbeiten “Single Use Support” an Lösungen, die einen komplett sicheren Transport und Aufbewahrung garantieren sollen. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde den beiden Unternehmensgründern bereits der Innovationspreis der Tiroler Wirtschaftskammer in der Kategorie „Technische Innovation – Produkte und Verfahren“ verliehen.

Aber auch international kommt Single Use Support gut an: “Wir sind mit namhaften Biopharmakonzernen aus der ganzen Welt im Austausch”, so Kirchmair.

Neben einer speziellen Schutzhülle für Einwegbeutel (“Single Use Bags”) haben die Unternehmer auch eine Reihe anderer Produkte entwickelt, die einen sicheren Gebrauch von Einwegsystemen gewährleisten sollen.

Durch die Entwicklung eines mobilen Testapparats wollen Kirchmair und Wurm für noch mehr Patientensicherheit und Wirtschaftlichkeit bei der Verwendung von Single Use Bags sorgen. Der Apparat kann nämlich schon mikroskopisch kleine Löcher an den Beuteln feststellen. Das Problem dabei sei laut Kirchmair die Sterilität dieser Beutel. “Bakterien und Viren können bereits ab einer Lochgröße von zwei Mikrometer eindringen. Bis zu unserer Entwicklung hat es weltweit keine Technologie gegeben, die Löcher dieser Größe erkennen konnte”, erklärt der Geschäftsführer.

 

MITS.2D ist ein mobiler Testapparat für Single-Use-Bags

Ihre Erfindungen können Leben retten

Erst im Februar gelang es Ärzten aus England einen 11-jährigen Leukämie Patienten mithilfe einer CAR-T Zelltherapie vollständig zu heilen. Diese Therapieform kommt dann zur Anwendung, wenn die Schulmedizin versagt. Sie ist sozusagen die letzte Hoffnung eines krebskranken Menschen. Dabei wird dem Patienten zuerst Blut entnommen. Dann werden die körpereigenen Abwehrzellen so manipuliert, dass sie aktiv gegen Tumorzellen vorgehen.

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Aktuell können durch die neuartige Therapie fünf schwere menschliche Erkrankungen bekämpft werden. Es sind jedoch knapp 300 weitere CAR-T Therapien in Entwicklung von denen alleine mehr als 110 Therapien verschiedene Tumor-Erkrankungen heilen sollen. Entscheidend ist, dass die lebenswichtige Therapie auch beim Patienten schadlos und einsatzbereit ankommt. Das ist derzeit offiziell bei nur 99 von 100 Therapien der Fall. So gehen nicht nur tausende von Euro verloren, sondern vor allem Menschenleben.

In Zukunft könnte das mit den Systemen von „Single Use Support“ verhindert werden. Eine Lösung ist bereits vorhanden. Jetzt muss der Prozess nur noch vollständig in der Pharma Industrie ankommen, damit kein Patient mehr vergebens auf die lebensnotwendige Therapie warten muss.

 

die neuen Single-Use-Technologien von Single-Use-Support