Sind Single Use Technologien umweltschädlich? – die richtige Entsorgung und Recycling

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Das Thema Entsorgung und Recycling spielt bei Single Use Systemen klarerweise eine enorm große Rolle. Durch die Verwendung von Einwegsystemen, welche nach Gebrauch entsorgt werden, scheinen Single Use Technologien auf den ersten Blick eine größere Umweltbelastung zu sein als Stainless Steel Systeme.

Tatsächlich belasten Single Use Technologien die Umwelt aber in einem deutlich geringeren Ausmaß als Stainless Steel Reaktoren. Das ist hauptsächlich auf den extremen Wasser- und Energieverbrauch, der beim Reinigen und Sterilisieren von herkömmlichen Systemen aufgewendet werden muss, zurückzuführen. Aufschluss darüber gibt eine Ökobilanzstudie von GE Healthcare Life Sciences, die im Zeitraum 2016–2017 durchgeführt wurde.

Trotzdem ist es wichtig, dass Biopharmaunternehmen, die mit Single Use Systemen arbeiten, auf die richtige Entsorgung achten. Wird die Entsorgung falsch gehandhabt können Verstöße gegen Umwelt- und Sicherheitsvorschriften die Folge sein. Für die richtige Abfallbeseitigung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine besondere Herausforderung beim Entsorgen von Einwegsystemen ist die, dass Komponenten, welche mit biologischen Materialien in Kontakt kommen, als bio-gefährlich eingestuft werden.

Möglichkeiten zur Entsorgung von gebrauchten Single Use Materialien

Biopharmaunternehmen stehen verschiedene Optionen zur Entsorgung ihres Einwegabfalls zur Verfügung, je nachdem was für Sie und Ihren Standort am besten geeignet ist. Eine Möglichkeit ist WtE (Waste to energy incineration) – die Gewinnung von Energie aus der Verbrennung von Abfall.

Der Vorteil besteht darin, dass aus der Müll verwertet wird und in Strom oder Dampf umgewandelt wird, der wiederum zum Heizen verwendet werden kann. Außerdem ist diese Form der Müllverwertung eine sehr praktikable Lösung um Abfall zu sammeln und zu entsorgen. Folgende Probleme könnten aber bei der Entsorgung in WtE Einrichtungen auftreten: Nicht in jeder Region gibt es eigene WtE Anlagen. Nicht jede WtE Anlage akzeptiert Einwegmaterialien, wenn sie als bio-gefährlich eingestuft wurden.

Andere Nutzer von Single Use Systemen behandeln die gebrauchten Materialien vor Ort mit Autoklaven, um sie zu sterilisieren und dann auf einer Mülldeponie abliefern zu können. Dort wird der Abfall dann vergraben.

Recycling von Single Use Komponenten

Das Recyceln von Single Use Komponenten ist ein extrem komplexer Vorgang. Eine große Herausforderung besteht darin, dass die Einwegsysteme aus unterschiedlichen Kunststoffen bestehen, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Die Technologie ist aber noch nicht in der Lage diese Kunststoffe voneinander zu trennen.

Mit der immer größeren Beliebtheit von Einwegsystemen in der Industrie wird aber auch der Druck größer, eine Lösung für die umweltschonende Entsorgung zu finden. Biopharmazeutischen Unternehmen bevorzugen zunehmend die Herstellung mithilfe von Single Use Systemen, da diese helfen Zeit und Wasser und im Endeffekt Geld zu sparen. Im Umkehrschluss wird aber natürlich auch mehr Abfall produziert. Gleichzeitig wächst das Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft und die Sorge über die schlechten Auswirkungen von Plastikmüll wird immer größer.

Aus diesem Grund haben sich mehrere Unternehmen und Bildungseinrichtungen, welche sich für die Verwendung von Einwegtechnologien einsetzen, zur Bio-Process Systems Alliance zusammengeschlossen. Die BPSA arbeitet derzeit an einer nachhaltigen Lösung und einem Leitfaden zur richtigen Entsorgung von Einwegsystemen.

Ein Hauptbroblem beim Recycling von Einwegmaterialien aus der Biopharma ist die Biobelastung, wodurch Altgeräte nur schwer wiederverwendbar sind. Deshalb hat das Life Science Unternehmen Millpore Sigma 2015 ein eigenes Recyclingprogramm für Single Use Systeme auf die Beine gestellt. Dabei werden Einwegkunststoffe in industrielles Schnittholz umgewandelt, das in der Landwirtschaft, Bau- und Transportindustrie verwendet werden kann. So wurden rund 22% der Abfälle aller Einweganlagen an der US-Ostküste recycelt.

Fazit

Single Use Systeme sind für Biopharmaunternehmer die optimale Lösung, um einen sicheren und maximal skalierbaren Produktionsprozess zu gewährleisten. Sie sparen Zeit, Ressourcen und Geld und die Implementierung ist gegenüber herkömmlichen Stainless Steel Systemen wesentlich einfacher. Außerdem sind Single Use Systeme grundsätzlich umweltfreundlicher als Stainless Steel Anlagen. Dennoch ist es Fakt, dass mit Single Use Systemen weitaus mehr Plastikmüll produziert wird als zuvor.

Dieses Problem wird von der Biopharmaindustrie aber nicht einfach hingenommen. Wie oben beschrieben gibt es bereits Unternehmen und Organisationen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen und die Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben. Und auch in der Zukunft wird es eine wesentliche Aufgabe der Biopharmaindustrie sein, sich mit Technologien zu beschäftigen, welche die Umweltauswirkungen von Einwegsystemen weiter verringern können.

Quellen: biopharminternational.com, genengnews.com